Schluss mit grellen Farben und Boho-Chic: Der neue Stil setzt auf Reduktion, Material und Stille.

Wer dieser Tage Wohnzeitschriften aufschlägt, sieht überall denselben Look: warme Beige- und Sandtöne, edle Naturmaterialien, dezente Texturen. „Quiet Luxury“ — leiser Luxus — heißt der Trend, der die Branche dominiert.

Wichtige Materialien sind Travertin, geöltes Eichenholz, ungebleichtes Leinen und gebürstetes Messing. Wichtige Nicht-Materialien: Hochglanz-Lack, Plastik, schreiende Drucke.

Auch Möbelhersteller passen ihr Sortiment an. Ikea bringt im Sommer eine eigene „Linde“-Kollektion, die ganz in dieser Richtung gestaltet ist — mit Preisen, die das Wort „leise“ eher locker auslegen.

Die Hintergründe im Detail

Innenarchitekten warnen vor falsch verstandener Reduktion. „Quiet Luxury ist nicht leer. Es ist bewusst“, sagt die Münchner Designerin Carola Bock. „Wer einfach nur weiße Wände hat, hat keinen Stil — sondern eine Baustelle.“

Bleibt die Frage: Hält der Trend? Erfahrungsgemäß dauern starke Einrichtungswellen drei bis fünf Jahre. „Quiet Luxury“ ist gerade auf seinem Höhepunkt. Wer einsteigen will, sollte schnell sein — oder klug das Gegenteil tun.