Was als glanzvoller Auftakt geplant war, endete im Eklat — und beschäftigt heute die internationale Filmszene.

Der Berlinale-Palast war bis auf den letzten Platz besetzt. Hollywood-Stars in Roben, deutsche Regie-Größen in Anzügen, Politiker in der ersten Reihe. Doch nach den ersten Sätzen des Festivalleiters wurde es still im Saal.

In seiner Eröffnungsrede griff er die internationale Filmindustrie scharf an, warf ihr „kulturelle Selbstverleugnung“ und „kommerzielle Anbiederung“ vor. Mehrere Gäste reagierten ungläubig — drei prominente US-Stars verließen den Saal.

Hinter den Kulissen tobte später ein Streit. Sponsoren drohten mit Rückzug, einzelne Filmemacher zogen ihre Beiträge aus dem Wettbewerb zurück. Die Pressekonferenz am nächsten Morgen wurde abgesagt.

Die Hintergründe im Detail

Kulturpolitiker sind besorgt. „Die Berlinale lebt von ihrer internationalen Strahlkraft. Das beschädigt sie nachhaltig“, warnt ein hochrangiger Senator.

Ob der Festivalleiter im Amt bleibt, ist offen. Klar ist: Diese Berlinale wird man nicht so schnell vergessen — wenn auch aus anderen Gründen als geplant.