Eine neue Statistik bringt offenkundig zutage, was viele Pendler längst ahnen — und die Bahnführung reagiert nervös.

Nur 62 Prozent der ICE- und IC-Züge erreichten ihr Ziel im vergangenen Monat pünktlich. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Statistik. Im regionalen Verkehr sieht es regional teils noch dramatischer aus, vor allem im Rheinland und in Bayern.

Die Gründe sind vielfältig: marode Schienen, Personalmangel, Baustellen — und ein Sommer voller außergewöhnlicher Wetterextreme. „Wir haben es mit einer toxischen Mischung zu tun“, räumt ein hoher Bahn-Manager ein, der nicht namentlich zitiert werden möchte.

Pendlerverbände drohen mit Klagen. Erste Anwaltskanzleien bieten bereits Sammelklagen gegen die Deutsche Bahn an. Auch das Verkehrsministerium hat einen Krisenstab einberufen — Maßnahmen sollen noch vor Jahresende vorgestellt werden.

Für viele Reisende ist das Maß voll. „Ich plane mittlerweile zwei Stunden Puffer ein, wenn ich beruflich nach Frankfurt muss“, erzählt der Berliner IT-Berater Marek L. Andere greifen wieder zum Auto — was wiederum den Klimazielen widerspricht.

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