Ein scheinbar normaler Container, ein verwirrender Inhalt — und ein internationaler Behördenstreit, der gerade erst beginnt.
Auf einem Routinekontrollgang stießen Zöllner im Hamburger Hafen auf einen Container, dessen Papiere nicht zusammenpassten. Angemeldet war Maschinenöl aus Singapur. Drinnen lagen jedoch hunderte fein säuberlich verpackte antike Holzfiguren mit unklarer Herkunft.
Ein hinzugezogener Sachverständiger schätzt den Wert auf über zwei Millionen Euro. Mehrere Stücke tragen Symbole, die auf einen kulturellen Hintergrund aus Südostasien hindeuten — möglicherweise stammen sie aus illegalen Ausgrabungen. Die Staatsanwaltschaft prüft den Verdacht des organisierten Kunstschmuggels.
Brisant wird der Fund, weil als Empfänger eine Briefkastenfirma in Luxemburg auftaucht, die wiederum mit einem in Berlin ansässigen Kunstvermittler verbunden sein soll. Ein Sprecher der Hamburger Behörden bestätigte: „Wir gehen Hinweisen auf ein größeres Netzwerk nach.“
Die Hintergründe im Detail
Auch das Auswärtige Amt wurde informiert. Mehrere asiatische Staaten haben in den vergangenen Jahren wiederholt die Rückgabe geraubter Kulturgüter gefordert. Sollten die Figuren tatsächlich illegal ausgeführt worden sein, droht ein diplomatischer Konflikt.
Bis zur endgültigen Klärung lagern die Holzfiguren in einer gesicherten Halle des Zolls. Für die Ermittler ist klar: Der Container war nur das sichtbare Ende einer Kette, die sehr viel weiter reichen dürfte als bis zu einem Hafenkai an der Elbe.
