Die EU bleibt ihrem Ruf treu — und reguliert KI strenger als jeder andere Wirtschaftsraum der Welt.

Verboten werden künftig: KI-gestützte Gesichtserkennung im öffentlichen Raum, „Social-Scoring“-Systeme nach chinesischem Vorbild und Algorithmen, die psychologische Schwächen ausnutzen, um Verhalten zu manipulieren.

Zusätzlich werden Hochrisiko-Anwendungen — etwa in Personalauswahl, Bildung oder Strafverfolgung — strikt zertifiziert. Unternehmen, die gegen die Vorschriften verstoßen, müssen mit Strafen bis zu sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes rechnen.

Für globale Tech-Konzerne wird Europa damit zu einem riskanten Markt. Doch viele Experten sehen darin auch eine Chance: „Wer hier Vertrauen aufbaut, hat einen Wettbewerbsvorteil“, sagt ein Analyst.

Die Hintergründe im Detail

Deutsche Mittelständler beklagen vor allem den bürokratischen Aufwand. Ein Maschinenbauer aus Schwaben rechnet vor: „Allein die Dokumentation kostet uns mehr als die KI selbst.“ Verbandsvertreter fordern Erleichterungen für KMU.

Die EU verteidigt ihren Kurs. „Wir wollen Innovation — aber nicht um den Preis unserer Grundrechte“, sagt eine Kommissarin. Eine Position, die in Brüssel große Mehrheiten findet — und im Silicon Valley für stille Wut sorgt.