Digitale Souveränität soll aus dem Wahlversprechen Realität werden — mit einem der größten IT-Projekte des Bundes.

Bundesbehörden, Ministerien und kritische Infrastrukturen sollen ab 2028 auf einer eigenen Open-Source-Cloud arbeiten. Das Budget: 1,8 Milliarden Euro über fünf Jahre. Beteiligt: deutsche Mittelständler, mehrere Universitäten und eine staatliche Steuerungsgesellschaft.

Hintergrund ist die zunehmende Sorge vor Abhängigkeit von US-Hyperscalern wie AWS, Azure oder Google Cloud. „Wir wollen kontrollieren, wo unsere Daten liegen und wer Zugriff hat“, sagt eine Staatssekretärin im Innenministerium.

Die Pläne stoßen auf gemischtes Echo. Open-Source-Vertreter feiern den Schritt als überfällig. Wirtschaftsverbände hingegen warnen vor Doppelstrukturen und Zeitverlust. „Das wird teuer und langsam“, sagt ein Tech-Lobbyist.

Die Hintergründe im Detail

Ein erster Pilotbetrieb startet 2027 in zwei Bundesländern. Erste Testanwendungen: Steuerverwaltung und kommunale Verwaltung. Bei Erfolg soll die Plattform schrittweise auf den Bund ausgerollt werden.

Für Deutschlands IT-Branche ist das Projekt eine historische Chance. Auch europäische Partner zeigen Interesse — Frankreich und Italien haben bereits eigene Beiträge angekündigt. Vielleicht entsteht so endlich eine echte europäische Tech-Alternative.