Die Oper sucht nach neuen Wegen, junge Publikumsschichten zu gewinnen — und geht dabei radikale Wege.

Drei Stunden Musik, keine Stimme. Was die Stuttgarter Oper als Premiere präsentierte, war ein Experiment der Extreme. Die Sänger blieben hinter den Kulissen, das Geschehen auf der Bühne lebte von Tanz, Lichtdesign und einem Orchester in Höchstform.

Das Stück: eine Neudeutung von „Tristan und Isolde“, auf das Wesentliche reduziert. Regisseurin Mareile Pohl wollte „die rohe Emotion der Musik freilegen, ohne narrative Krücken“.

Im Publikum saßen auffällig viele junge Menschen. Sozial-Media-Plattformen waren in den Tagen davor mit Werbevideos geflutet worden. Die Strategie ging auf: Die Vorstellungen sind bis Saisonende fast ausverkauft.

Etablierte Opernfans äußern Kritik. „Eine Oper ohne Stimme ist keine Oper mehr“, schreibt ein erboster Stammgast in einer Online-Rezension. Doch die Kritiker großer Zeitungen reagieren überwiegend positiv — bis euphorisch.

★ Premium-Inhalt

Lesen Sie weiter mit Istruduode Premium

Unbegrenzter Zugang zu allen exklusiven Reportagen, Analysen und Recherchen. Schon ab 5 € pro Monat. Jederzeit kündbar.