Wo früher Kohle gefördert wurde, planschen heute Familien — und Reiseblogger feiern den Spot als Sensation.

Türkisblaues Wasser, weißer Sand, Palmen im Hintergrund: Wer das Foto sieht, denkt eher an Sardinien als an Sachsen-Anhalt — pardon, an Nordrhein-Westfalen. Tatsächlich liegt der „Bernsteinsee“ mitten im ehemaligen Bergbaurevier westlich von Dortmund.

Die Renaturierung dauerte mehr als 15 Jahre. Heute ist das Gewässer Trinkwasserqualität, das Ufer bietet Liegewiesen, einen Beachclub und sogar eine Stand-up-Paddle-Schule. „Wir hatten gestern 6.000 Gäste“, sagt Betreiberin Mareike Lübben stolz.

Reise-Influencer haben den Ort als Geheimtipp entdeckt und tragen ihn weit über die Landesgrenzen hinaus. Auf TikTok hat das Hashtag #RuhrKaribik bereits über 12 Millionen Aufrufe — Tendenz steigend.

Die Hintergründe im Detail

Doch nicht alle sind begeistert. Anwohner beklagen den Verkehr, Naturschützer warnen vor zu viel Trubel im sensiblen Ökosystem. Die Gemeinde plant nun ein Reservierungssystem, ähnlich wie an italienischen Stränden.

Eines steht fest: Das Ruhrgebiet erfindet sich neu — und beweist, dass Strukturwandel auch hübsch aussehen kann. Wer in diesem Sommer noch keinen Strandurlaub gebucht hat, sollte vielleicht einfach mal die A40 nehmen.