Drei Nächte allein in feuchter Kälte: Wie ein Geräte-Set und ein erfahrenes Team einen Mann aus der Tiefe holten.

Es war am vergangenen Donnerstag, als die Bergwacht Sächsische Schweiz die Vermisstenmeldung erhielt. Der Rentner Wolfgang B. aus Pirna war zu einer Tagestour aufgebrochen — und nicht zurückgekehrt.

Sofort starteten Suchhunde, Helikopter und Drohnen. Erste Hinweise lieferte die Smartwatch des Vermissten: Sie hatte einen schweren Sturz registriert und automatisch die Koordinaten gespeichert, bevor der Akku versagte.

Am dritten Tag entdeckte eine Wärmebildkamera-Drohne der Bergwacht eine schwache Signatur am Grund einer schmalen Felsspalte. Die Retter mussten sich über 40 Meter abseilen, um Wolfgang B. zu erreichen — unterkühlt, dehydriert, aber bei Bewusstsein.

Die Hintergründe im Detail

„Ich habe immer wieder gerufen, aber niemand hat mich gehört“, schildert der Pirnaer aus dem Krankenhaus. „Irgendwann habe ich angefangen, mit meinem Wanderstock gegen den Fels zu klopfen. Vielleicht hat das geholfen, mich zu orten.“ Die Ärzte sprechen von einem Wunder.

Der Vorfall löste in Sachsen eine Debatte über Schutz-Apps und Notruf-Funktionen in Smartwatches aus. Mehrere Anbieter verzeichnen seit dem Wochenende deutlich gestiegene Verkaufszahlen. Wolfgang B. selbst will sein Hobby trotzdem nicht aufgeben — „aber das nächste Mal nehme ich jemanden mit“.